
Wärmewende in Bremen: Was Eigentümerinnen und Eigentümer jetzt wissen sollten
Neue Heizung, alte Immobilie, viele Fragen
Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, kommt am Thema Wärmewende kaum noch vorbei. Spätestens, wenn die Heizung älter wird, eine Sanierung ansteht oder die Energiekosten steigen, tauchen viele Fragen auf. Muss die alte Gasheizung bald raus? Kommt Fernwärme in den eigenen Stadtteil? Ist eine Wärmepumpe auch im Altbau möglich? Und wo gibt es eine Energieberatung in Bremen?
Einfache Antworten gibt es selten, denn jedes Gebäude ist anders. Ein Bremer Haus im Viertel stellt andere Anforderungen als ein Siedlungshaus in der Vahr, eine Doppelhaushälfte aus den 1970er-Jahren oder ein jüngeres Einfamilienhaus am Stadtrand. Genau deshalb startet SPOT Bremen eine Serie zur Wärmewende in Bremen. Sie soll Orientierung geben, zentrale Begriffe erklären und aufzeigen, welche Fragen Eigentümerinnen und Eigentümer vor einer Modernisierung klären sollten.

Warum Gebäude beim Klimaschutz wichtig sind
Die Wärmewende beschreibt den Weg zu einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie Gebäude künftig beheizt werden: mit weniger fossilen Energieträgern, effizienterer Technik und einem besseren Gebäudestandard. Dies betrifft nicht nur Neubauten, sondern auch den Bestand.
„Der Gebäudesektor spielt eine wichtige Rolle im Klimaschutz: Rund 35 Prozent der CO₂-Emissionen in Deutschland entstehen im Gebäudebereich“, sagt Ulrike Brendel vom Referat Wärmewende bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft. Um die Klimaziele zu erreichen, müsse die Wärmeversorgung deshalb klimafreundlicher gestaltet und die Energieeffizienz der Gebäude verbessert werden. Damit wird deutlich, wie eng die Themen Klimaschutz und Gebäude zusammenhängen.
Auch der CO₂-Ausstoß von Gebäuden rückt stärker in den Fokus, wenn es um Heizung, Dämmung und energetische Sanierung geht. Für Bremen ist das besonders relevant. Denn laut Brendel besteht im Land Bremen in diesem Bereich ein großes Einsparpotenzial, „da noch rund zwei Drittel der Gebäude mit Öl oder Gas beheizt werden“. Für viele private Immobilienbesitzer und -besitzerinnen in Bremen bedeutet das: Die eigene Heizung, der Zustand des Hauses und mögliche Sanierungsschritte werden in den kommenden Jahren wichtiger.
Was die Wärmewende für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet
Für Eigentümerinnen und Eigentümer ist es wichtig, nicht übereilt zu handeln. Es ist vielmehr ratsam, sich frühzeitig einen Überblick zu verschaffen.
- Welche Heizung ist aktuell verbaut?
- Wie alt ist sie?
- Wie gut ist das Gebäude gedämmt?
- Gibt es in der Nähe perspektivisch ein Fernwärmenetz?
- Oder könnte eine individuelle Lösung wie etwa eine Wärmepumpe infrage kommen?
„Für Eigentümer und Eigentümerinnen ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit den individuellen Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung sowie den bestehenden Vorgaben und Fördermöglichkeiten auseinanderzusetzen“, erklärt Ulrike Brendel. Der konkrete Handlungsbedarf hänge von verschiedenen Faktoren ab – etwa vom Baujahr, der Lage oder der Größe des Gebäudes sowie vom Alter des bestehenden Heizsystems.
Auch das Gebäudeenergiegesetz spielt eine Rolle bei der Frage, wie Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Heizung künftig modernisieren können. Wer in Bremen eine Heizung modernisieren möchte, sollte deshalb nicht nur auf die vorhandene Technik schauen, sondern auch die gesetzlichen Vorgaben, mögliche Förderungen und die Entwicklung der Wärmeversorgung im eigenen Stadtteil einbeziehen.
Damit wird klar: Es gibt nicht die eine Lösung für alle. Je nach Gebäude können unterschiedliche Wege sinnvoll sein. Dazu zählen der Anschluss an ein bestehendes oder geplantes Fernwärmenetz, ein Nahwärmenetz im Quartier oder eine individuelle Lösung wie eine Wärmepumpe.

Der Wärmeplan für Bremen gibt erste Orientierung
Ein wichtiger Baustein ist der kommunale Wärmeplan für Bremen. Er wurde im Frühjahr 2026 verabschiedet und zeigt auf, wie sich die Wärmeversorgung in der Stadt langfristig entwickeln könnte. Der Wärmeplan ist somit eine Orientierungshilfe. Er zeigt, in welchen Stadtbereichen künftig Wärmenetze eine Rolle spielen könnten und wo eher individuelle Lösungen erforderlich sind. Wer eine neue Heizung plant, kann dadurch besser einschätzen, welche Fragen für das eigene Gebäude wichtig sind.
„Mit dem im Frühjahr 2026 beschlossenen kommunalen Wärmeplan hat Bremen einen Rahmen geschaffen, der Eigentümerinnen und Eigentümern eine erste Orientierung zur langfristigen Entwicklung der Wärmeversorgung bietet“, ordnet Brendel ein. Eine individuelle Beratung ersetze der Plan jedoch nicht. Denn ob eine bestimmte Lösung technisch, wirtschaftlich und rechtlich sinnvoll ist, müsse für jedes Gebäude einzeln geprüft werden.
Früh planen statt unter Druck entscheiden
Wer sich erst mit dem Thema beschäftigt, wenn die Heizung ausfällt, hat oft nur wenig Zeit, um eine gute Entscheidung zu treffen. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich rechtzeitig beraten zu lassen, Angebote einzuholen und mögliche Förderungen zu prüfen.
„Wer sich frühzeitig mit einer Heizungsmodernisierung oder energetischen Sanierung beschäftigt, verschafft sich Planungssicherheit und kann gezielt von Fördermöglichkeiten profitieren“, sagt Brendel. Die Betriebskosten sollte man dabei ebenfalls mitbedenken. Fossile Energieträger könnten perspektivisch teurer werden. Neben den Entwicklungen auf den Energiemärkten können sich unter anderem die steigende CO₂-Bepreisung, höhere Kosten für die Gasnetzinfrastruktur sowie gesetzliche Vorgaben auf die Kosten auswirken.
Zugleich gibt es Förderangebote. Brendel verweist auf aktuelle Förderprogramme des Bundes. Ergänzend plant die Bremer Aufbau-Bank (BAB) gemeinsam mit der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft ab Herbst 2026 ein neues Kreditförderprogramm. Dieses soll insbesondere einkommensschwächeren und älteren Personen energetische Sanierungen, Klimaanpassungsmaßnahmen und den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme erleichtern. Antragsberechtigt sollen sein: private Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer, Kleinstvermietende sowie Wohnungseigentümergemeinschaften im Land Bremen.

Beratung zur Heizung hilft beim ersten Schritt
Gerade weil die Fragen so individuell sind, ist eine Beratung wichtig. Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer ist eine Energieberatung in Bremen deshalb ein sinnvoller Start. Sie hilft dabei, den Zustand des Gebäudes einzuschätzen, verschiedene Heizlösungen zu vergleichen und die nächsten Schritte zu planen.
In Bremen gibt es verschiedene Anlaufstellen für private Immobilienbesitzende. Die Klima Bau Zentren in Bremen und Bremerhaven bieten etwa Informationen und kostenlose Orientierungsberatungen an.
Wer sich bereits konkreter mit technischen Lösungen wie Wärmepumpen oder Solarthermie beschäftigt, findet weitere Angebote bei energiekonsens, der Klimaschutzagentur für das Land Bremen sowie bei der Verbraucherzentrale Bremen.
Auch bei Förderfragen gibt es Unterstützung. Der Bremer Förderlotse der BAB berät kostenlos zu Förderprogrammen des Bundes und des Landes Bremen. So lässt sich früh klären, welche Fördermöglichkeiten grundsätzlich infrage kommen – und welche Unterlagen dafür benötigt werden.
Was in unserer Serie zur Wärmewende noch folgt
In der neuen SPOT-Serie werden die wichtigsten Fragen Schritt für Schritt behandelt. Sie soll keine Einzelfallberatung ersetzen, sondern dabei helfen, den Einstieg zu finden. Denn bei der Wärmewende gilt: Wer die wichtigsten Fragen kennt, kann bessere Entscheidungen treffen.
- Im nächsten Teil geht es um typische Bremer Gebäudetypen: vom typischen Bremer Haus über Altbremer Bürgerhäuser und Kaffeemühlenhäuser bis hin zu Siedlungs-, Reihen- und Einfamilienhäusern sowie Doppelhaushälften verschiedener Baujahre. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wann eine Wärmepumpe sinnvoll ist und welche Gebäudefaktoren dabei eine Rolle spielen.
- Ein weiterer Beitrag erläutert die kommunale Wärmeplanung in Bremen. Was bedeutet sie für die eigene Heizung? Wann kann Fernwärme eine Rolle spielen? Und warum bleibt eine individuelle Prüfung trotzdem wichtig?
- Außerdem zeigt die Serie, wo Eigentümerinnen und Eigentümer in Bremen Beratung bekommen, welche Unterlagen für ein erstes Gespräch hilfreich sind und welche Fragen vor dem Einholen von Angeboten geklärt werden sollten.
- Zum Abschluss wird es praktisch: Welche Kostenfaktoren beeinflussen den Einbau einer Wärmepumpe? Warum sind Angebote oft schwer vergleichbar? Welche Rolle spielen Standort, Schallschutz, enge Grundstücke und mögliche Vorschriften?
Dieser Beitrag ist Teil unseres Themenspecials „Mein Zuhause“. Sind Sie interessiert an mehr Artikeln dieser Art? Schauen Sie sich unsere Sammlung von Beiträgen rund ums Thema an.
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